Öffentlichkeitsarbeit - Gerd Plum
In meiner Familie gab es immer Tiere. Mein Vater war ein Tiernarr und hielt vor allem Vögel. Brieftauben waren seine große Leidenschaft. Aber auch Fasane, Ziertauben, Hühner, kurzfristig auch mal Gänse und immer Kaninchen gehörten zu unserer Menagerie.
Ich wurde 1952 geboren und wuchs bei meinen Großeltern heran, bis ich 5½ Jahre alt war. Meine Eltern, die bislang in einem Zimmer gelebt hatten, waren ins Haupthaus umgezogen , wodurch Platz für mich entstanden war.
Zu dieser Zeit fand ich die Vögel nicht so prickelnd, wohl aber die griechischen Landschildkröten, die es auf dem „Gymnicher Ritt“ (einem religiös motivierten
Volksfest) als Baby für fünf Mark und semiadult für 12 Mark gab. Mit den Tennisbällen, die die Tiere im Laufe der Jahre auf dem Gras verloren, konnten wir nicht soviel anfangen. Heute ein echtes Sakrileg (obwohl die Eier wahrscheinlich nicht befruchtet waren, sonst hätten die Tiere sie wohl eingegraben).
Meine wirklich eigenständige Beschäftigung mit Tieren begann mit der Anschaffung eines Aquariums, in das nach einer sehr kurzen Periode mit Schwarmfischen südamerikanische Buntbarsche einzogen. Meine Lieblinge waren die Pfauenaugen und die Flaggenbuntbarsche.
Während des Studiums (Chemieingenieurwesen) war der Umgang mit den Tieren ausgefallen. Danach gab es in der kleinen Wohnung, in der ich mit meiner späteren Frau lebte, ein Pärchen Zebrafinken. Bislang hatte ich immer Literatur gewälzt, um meinen Tieren nur das Beste zukommen zu lassen, aber die Nachzuchterfolge blieben weitestgehend aus. Bei den Finken wusste ich nur was sie fraßen und was mir der Züchter sonst noch erzählt hatte. Ein Buch erwarb ich nicht. Wahrscheinlich weil sie nichts zu lesen hatten, zogen die Finken aus lauter Langeweile Junge auf!
Nach der Hochzeit, in einer neuen wesentlich größeren Wohnung, richtete ich mir wieder ein Aquarium ein. Diesmal zogen Malawisee-Barsche ein. Damit die Felsaufbauten nicht zu sehr veralgten setzte ich ein paar Antennenwelse dazu. Auch sie vermehrten sich prächtig. Zunächst hatte ich in meinem Aquarienhändler einen freudig erregten Abnehmer für die Aufzuchten. Mit 1,5 bis 2,0 cm Länge bekam ich pro Fischlein 80 Pfennige. Bei ca. 100 Jungtieren war das damals eine nette Summe. Und die gab es etwa alle 3 bis 4 Monate.
Mit dem Umzug nach Neuss, wo ich immer noch als Laborleiter bei der Stadt arbeite, verlor ich leider diesen Kontakt. Dafür lernte ich Klaus Lambertz kennen. Nach einem Besuch bei ihm und seinen Schlangen, gab meine Frau mir zu verstehen: „Glaub jetzt bloß nicht, dass Du auch Schlangen kriegst.“ Bitte beachten sie, dass der Satz nicht mit einem Ausrufezeichen endet. Wenn also ich nicht zu hause, dann ... Meine gute Gattin wurde lange in dem Glauben gelassen, dass die Kornnattern auf der Fensterbank Herrn Lambertz gehörten. Etwa zwei Jahre später sollte Sie dann doch die ungeschminkte Wahrheit erfahren. Zu hause gab es eine parallele Entwicklung. Auf dem ersten Neusser Reptilientag der DGHT-Stadtguppe Neuss sahen meine gute Gattin und ich zum ersten Mal junge Leopardgeckos. Da das Becken mit den jungen Antennenwelsen langsam stichfest wurde, weil mein neuer Aquarienhändler die Tiere erst ab 2,5 cm abzunehmen versprochen hatte, dann aber doch Abstand davon nahm, fanden meine aquaristischen Ambitionen ein plötzliches Ende und junge Leopardgeckos zogen in das umgearbeitete Aquarium ein.
Nach und nach kamen dann doch Schlangen ins mittlerweile gekaufte Haus, natürlich in einen separaten Raum und viel später erst ins Wohnzimmer. Daneben gab es immer wieder ein paar Echsen, aber zuletzt war mir klar, dass ich ein Schlangenmann bin.
Selbstredend trat ich in die DGHT-Stadtgruppe Neuss ein. Wenig später wurde ich der Stellvertreter von Herrn Lambertz, der von Anfang an die Stadtgruppe leitete. Hier
betreute ich auch die Homepage der Stadtgruppe. Das Arrangement blieb auch so, als die Mitglieder der Stadtgruppe einstimmig beschlossen, nicht mehr als DGHT-Stadtgruppe weiter zu machen, sondern gemeinsam als Vivariengruppe Neuss die Aktivitäten fortzusetzen.
Als sich die Vivaristische Vereinigung e.V. - Vive gründete, woran unter anderem Erica Hamers, Markus Juschka, Klaus Lambertz, Hans-Dieter Phillipen und ich
mitgearbeitet haben, trat die Vivariengruppe Neuss sofort der Vive bei.
Bei der Grüdungsversammlung wurde Markus Juschka zum ersten Vorsitzenden, Erica Hamers zur Kassiererin und ich zum Referenten für Öffentlichkeitsarbeit gewählt, womit nach Satzung der Vive ein Amt in der Untergruppierung als Ämterhäufung nicht mehr möglich war.
Zur Zeit bin ich damit beschäftigt die Homepage der Vivaristischen Vereinigung zu bearbeiten, Flyerwerbung zu erstellen und arbeitete mit am Layout von „das MAGAZIN“, das Sie gerade in den Händen halten.
Aktualisiert (Mittwoch, den 17. November 2010 um 15:03 Uhr)


